Sonntag, 17. April 2011
Samstag, 16. April 2011
Gut Ding
... braucht Weile
Nachdem ich ungeduldig eine ganze Woche lang auf einen Besichtigungstermin gewartet hatte, habe ich am vergangenen Montag eine SMS an die Mieterin getippselt:
Hallo Frau H, sie können mich tagsüber auch unter der folgenden Telefonnummer erreichen: 123456. Freundliche Grüße, Bea W.
Eine Minute später die Antwort:
Hallo Frau W, tut mir leid, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe. Die Wohnungsbaugesellschaft hat sich bei mir gemeldet und Bescheid gegeben, dass sie für die Wohnung einen Mieter gefunden haben. Viel Erfolg noch bei der Suche, LG* Z.
Ahhhja ...
Ich war drauf und dran, die junge Frau anzurufen und zu fragen, wann sich denn der Nachmieter die Wohnung angesehen hat. Im Laufe der letzten Woche kann ja nicht sein, denn - ich zitiere: "Aber diese Woche geht es nicht, da habe ich keine Zeit. Ich melde mich am Wochenende wegen eines Besichtigungstermins bei Ihnen."
Dann habe ich´s aber doch gelassen, da rege ich mich nur unnötig auf.
Dann habe ich´s aber doch gelassen, da rege ich mich nur unnötig auf.
*Wie sehr und warum mich so ein "LG" nervt, werde ich hier demnächst mal näher erläutern.
Sonntag, 10. April 2011
"Man muss nicht ständig alles korrigieren."
"Unser Minivan stand in der Garage und mein VW-Cabrio in der Einfahrt. Jai fuhr den Van heraus und dachte nicht daran, dass das andere Auto im Weg stand: krach, bum, peng!
Jai verbrachte den ganzen Tag mit verzweifelten Proben, wie sie mir das alles erklären sollte, wenn ich nach Hause komme.
Zuerst einmal hielt sie es für das beste, die richtige Atmosphäre für den Moment ihrer Beichte zu schaffen. Sie fuhr beide Autos in die Garage und stellte sicher, dass das Garagentor geschlossen war. Sie zirpte süßer als sonst um mich herum, als ich heimkam, und fragte nach jedem Detail aus meinem Tag. Sie legte Schmusemusik auf. Sie kochte mir mein Lieblingsgericht. Sie trug zwar kein Negligé - so viel Glück hatte ich denn doch nicht -, tat aber ansonsten alles, um die perfekte, Ehefrau zu geben.
Gegen Ende unseres grandiosen Dinners sagte sie: "Randy, ich muss Dir was sagen. Ich hab ein Auto mit dem anderen Auto zertrümmert."
Ich fragte, wie das geschehen sei, und ließ sie den Schaden schildern. Sie sagte, das Cabrio habe am meisten abgekriegt, aber beide Autos liefen prima. "Willst Du einen Blick in die Garage werfen?", fragte sie.
"Nein, lass uns fertig essen."
Sie war überrascht: Ich war nicht verärgert, es schien mich nicht einmal zu kümmern. Sie sollte bald erfahren, dass meine zivilisierte Reaktion nur meinem Elternhaus zu verdanken war.
Nach dem Essen sahen wir uns die Autos an. Ich zuckte lediglich die Achseln und konnte sehen, wie ein ganzer Tag voller Ängste einfach abfiel von Jai. "Morgen früh", versprach sie, "lass ich die Reparaturkosten schätzen." Ich sagte, das sei nicht nötig. Die Beulen seien okay. Meine Eltern hatten mir beigebracht, dass Autos zu nichts anderem da sind als einen von A nach B zu bringen. Sie sind Gebrauchsgegenstände und keine Statussymbole. Deshalb konnte ich Jai leichten Herzens erklären, dass wir keine kosmetischen Reparaturen bräuchten. Wir könnten gut mit Schrammen und Dellen leben.
Jai war ein wenig schockiert. "Wir werden wirklich in zerbeulten Autos herumfahren?"
"Na ja, Jai", sagte ich, "du kannst nicht nur ein bisschen von mir haben. Du magst den Teil von mir, der sich nicht ärgert, wenn zwei "Dinge" aus unserem Besitz beschädigt wurden. Die Kehrseite dieser Medaille ist meine Überzeugung, dass man Dinge nicht zu reparieren braucht, solange sie tun, was sie tun sollen. Die Autos fahren noch. Also lass sie uns einfach fahren."
Okay, vielleicht lässt mich das schrullig erscheinen. Aber wenn dein Mülleimer oder deine Schubkarre eine Beule hat, kaufst du doch auch nicht gleich neue. Vielleicht, weil wir Mülleimer und Schubkarren anderen nicht als Statussymbole oder Ausdrucksformen unserer Identität vorführen? Unsere zerbeulten Autos wurden jedenfalls zu einem Symbol für uns und zu einem Statement für unsere Ehe.
Man muss nicht ständig alles korrigieren. ..."
Als ich dieses Kapitel gelesen hatte, hätte ich Randy Pausch küssen mögen! Wie oft musste ich mir anhören, dass ich wohl nicht ganz dicht sei, dass kein Mensch auf der Welt solch verschrobenen und absurden Einstellungen zu den verschiedensten Dingen des Lebens hätte wie ich. In meiner Kindheit, meiner Jugend, bis heute. Manchmal dachte ich schon selbst, ich sei nicht normal. Am anderen Ende der Welt gibt (bzw. gab) es jemanden, der genau so denkt wie ich. Vielleicht sind gar nicht wir es, vielleicht sind es die anderen, die nicht "richtig" ticken? ...
Als ich noch ein Auto besaß, habe ich das immer mal wieder verliehen. An Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen, wer auch immer es brauchte. Und ich habe es nie mit einem "unguten Gefühl" weggegeben. Und es gab immer wieder andere Leute, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen, die verständnislos den Kopf schüttelten: "Du kannst doch nicht einfach dein Auto verleihen. Was, wenn derjenige eine Beule hineinfährt oder Schlimmeres?" "Das kann doch jedem jederzeit passieren. Auch mir. Macht es einen Unterschied, WER eine Beule hineinfährt? Bleibt das Ergebnis, nämlich eine Beule im Auto zu haben, nicht das gleiche?" (Jeder der diese "Auto-Diskussion" schon einmal mit mir geführt hat und hier mitliest, wird jetzt vermutlich grinsend mit dem Kopf nicken.)
Mein Leben ist zu kurz, um mich über eine lächerliche Beule in einem leblosen Gegenstand, der zudem mit und ohne Beule seine Funktion einwandfrei erfüllt, aufzuregen. (Das ist metaphorisch gemeint und betrifft natürlich nicht nur verbeulte Autos.)
Gibt es da draußen noch mehr von uns? Ich bin bisher leider noch keinem begegnet ...
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Montag, 4. April 2011
Lebensräume
(Foto: Google)
Ich suche schon seit einiger Zeit, um genau zu sein seit etwa anderthalb Jahren, nach einer neuen Wohnung. Die Wohnung in der ich jetzt wohne war eigentlich nur für den Übergang gedacht, dass daraus zweieinhalb Jahre wurden, ist einzig und allein meiner Faulheit zu verdanken. (Na ja, nicht ganz, ein bisschen was hatte es auch mit Geld, beziehungsweise mit fehlendem Geld, zu tun.) Vor zweieinhalb Jahren also bin ich von Westerland nach Kiel gezogen und weil damals alles ziemlich schnell gehen musste, bin ich in diese Wohnung gezogen, obwohl sie mir von Anfang an nicht besonders gut gefallen hat. Zwar ist die Lage optimal, ich komme in wenigen Minuten zu Fuß zur Dienststelle und bin in weniger als zehn Minuten mit dem Fahrrad in der City, aber mir ist sie zu ruhig gelegen. Ich wohne in einer Altenwohnanlage gleich neben einem Hospiz und hinter dem Haus ist ein kleiner Park mit Bänken und Ententeich. Sehr hübsch das alles und in 20, 25 Jahren könnte ich noch mal drüber nachdenken, aber jetzt ist das für mich definitiv zu früh. Ich bin ein Stadtkind, ich brauche Leben um mich rum. Am liebsten hätte ich eine Wohnung mitten auf einer Verkehrsinsel (mit Inselleben kenne ich mich aus) und am liebsten mitten auf einer großen Straßenkreuzung. Leider gibt es sowas nicht in Kiel. Blöd.
Heute habe ich mal wieder bei meinem Vermieter vorbeigeschaut und gefragt, ob sie nicht zufällig gerade eine Wohnung anzubieten hätten. Sie hatten. Ich habe sofort bei der Mieterin angerufen, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Leider hat sie diese Woche keine Zeit, aber sie hat versprochen, sich am Ende der Woche bei mir zu melden und mir zu sagen, wann ich mir die Wohnung ansehen kann.
(Ob mich der Hinweis der Wohnungsvermittlerin, dass sie keine Ahnung habe, wie der Zustand der Wohnung sei, und die Tatsache, dass ich mir die Wohnung in frühestens einer Woche ansehen kann, stutzig machen sollte?)
Jedenfalls bin ich dann, weil ich sowieso gerade in der Stadt war, zu dem Haus gefahren in dem die Wohnung ist. Nunja, was soll ich sagen ...
1. das Haus ist nicht sonderlich schön anzusehen, aber das ist kaum ein Haus in Kiel und deshalb kein k.o.-Kriterium
2. die Wohnung liegt im Hochparterre, was sehr gut ist, weil großartiges Treppensteigen entfällt - besonders wichtig für mich, wenn ich mich in einer Schubphase befinde und schlecht zu Fuß bin
3. in unmittelbarer Nähe des Hauses gibt es eine Bushaltestelle
4. die Wohnung hat 3 Zimmer, ein Zimmer mehr als ich jetzt habe - in meiner Phantasie habe ich mein neues Näh- und Bastelzimmer bereits komplett eingerichtet
5. die Wohnung hat einen Südbalkon (nach 2einhalb Jahren Leben mit Nord-Ost-Balkon ein Hauptgewinn!) - dummerweise geht der Balkon zu einem Hinterhof hinaus auf den auch die Rückseiten anderer Häuser hinausgehen und da es sich um den untersten Balkon des Hauses handelt, bin ich mir nicht sicher, ob diesen Balkon jemals ein Sonnenstrahl erreicht hat ...
6. das Haus steht zwar nicht auf einer Verkehrsinsel auf einer stark befahrenen Straßenkreuzung, aber SEHR nahe dran und es ist jeweils nur ein Katzensprung zu einer wunderschönen Einkaufsstraße, in die City, zur Dienststelle, zu Aldi und Sky, zum Kino, in nette Kneipen, in den Park, ...
(Ein Klick auf´s Foto zeigt es in Originalgröße.)
Und jetzt habe ich eine ganze lange Woche Zeit, zum Überlegen, Spekulieren, Verwerfen, Freuen und mich ängstigen, dass ich womöglich nicht die richtigen Fragen stelle, wichtige Dinge übersehe, eine falsche Entscheidung treffe. Wenn ich in meiner Wohnung bleiben würde, bliebe mir das alles erspart ...
(Dafür würde ich mir auch im nächsten Winter hier wieder den Arsch abfrieren, weil die Wohnung einfach nicht wärmer als 19°C wird und auch im nächsten Sommer wieder ständig das Weite suchen, weil es sich direkt unter dem Flachdach anfühlt, als befinde man sich in einem Pizzaofen ...)
Kann mal bitte jemand ErsteEntscheidungshilfe leisten?
Labels:
Kiel,
vorgefreut
Sonntag, 3. April 2011
Was sehen meine entzündeten Augen?
Am liebsten nix.
(Foto: Google)
Seit letztem Montag habe ich ´ne fiese Lidrandentzündung. An beiden Augen versteht sich, halbe Sachen mach ich nich. Laut Frau Doktor sollte die mit ein bisschen Antibiotika nach zwei, drei Tagen Vergangenheit sein. Heute ist bereits der sechste Tag und wirklich besser isses nich geworden. Ein bisschen vielleicht. Trotzdem geht ohne Sonnenbrille nix (sieht in geschlossenen Räumen bei gleichzeitig bewölktem Außenhimmel extremst cool aus!). Am besten gehts mir, wenn ich die Augen einfach zu lasse. Lesen - is nich. Fernsehen (also wenn ich wollen würde) - is nich. Computern - is nich (diese Tatsache bekomme ich just in diesem Moment bestätigt). Da gibts dann wohl nur eins:
Augen zu und durch!
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rheumatisch und so
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