Sonntag, 16. Oktober 2011

"Apfelkuchen á la Wüst spezial" oder "a hot sunday"

Man nehme:

250 g Margarine,
250 g Zucker,
1 P. Vanillezucker
und
3 bis 4 Eier 

und verrühre alles so lange mit dem elektrischen Handrührgerät, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann vermische man 

250 g Mehl
mit
1/2 P. Backpulver

und gebe die Mischung zu der Margarine-Zucker-Eier-Masse.

Dann rühre man einen glatten, fluffig-schaumigen Teig zusammen, probiere ihn drei bis fünf Mal, sorge dafür, dass (Ehe)männer/-frauen, Partner/innen und Kinder nicht in der Nähe sind und probiere deren Anteil auch bis einem leicht schlecht wird. Dann stelle man die Schüssel mit dem Teig beiseite.

Dann nehme man:

3 große Kochäpfel (oder entsprechend mehr kleine - ich hatte ungeschält etwa 750 g)

und schäle sie, befreie sie vom Kerngehäuse, schneide sie in Würfel und beträufle sie zwischendurch mit etwas Zitronensaft, damit sie nicht braun werden.

Dann stelle man eine Zucker-Zimt-Mischung her und vermische sie mit den Apfelstücken.


Dann gebe man die Zucker-Zimt-Apfelstück-Mischung zu dem Teig (den man vorher gern nochmal probieren kann, zur Sicherheit) und verrühre alles miteinander.

Anschließend fette man eine Springform mit Margarine und streue sie mit Paniermehl aus.


Man gebe den mit Apfelstücken vermischten Teig in die panierte Springform 


und stelle diese für ca. 40 Minuten in den vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze, 175° C).

Hier ein Zwischenergebnis nach ca. 30 Minuten:


Kurz vor Ende der Backzeit nehme man den Kuchen aus dem Ofen und bestreue ihn dünn mit Zucker. Dann stelle man den Ofen auf 250° C und "Grill" und schiebe das Rost mit dem Kuchen in die oberste Schiene, gleich unter den Grill, damit der Zucker karamelisieren und eine schöne, knackige Kruste bilden kann. Man stelle den Kurzzeitwecker auf 3 Minuten und verlasse die Küche.

Nach ca. 2 Minuten beginnt der Rauchmelder im Wohnzimmer ein ohrenbetäubendes Geräusch abzusondern und schwarzer Rauch kommt aus der Küche. Man renne in die Küche und stelle fest, dass es hinter der Backofentür verdächtig flackert. Man reiße die Backofentür auf und springe mit einem Satz zurück, damit einen die Flammen nicht erwischen. Man fege mit dem Arm die Arbeitsplatte leer, greife nach der leeren Teigschüssel, fülle sie am Spülbecken mit Wasser und schütte dieses mit Schwung in den Backofen. Diesen Vorgang wiederhole man etwa fünf bis sechs Mal, so lange, bis keine Flammen mehr aus dem Backofen kommen. Dann renne man ins Schlafzimmer und hole die Trittleiter hinter der Tür hervor. Man bringe die Trittleiter ins Wohnzimmer und positioniere sie direkt unter dem, immer noch laute und entsetzlich schrille Geräusche absondernden, Rauchmelder. Man reiße den Rauchmelder von der Decke, da ein Auf-den-Knopf-drücken nicht den gewünschten Effekt bringt. Man steige mit dem immer noch alarmschlagenden Rauchmelder von der Leiter, hechte ins Schlafzimmer und lege ihn unter die Matratze des Bettes, wodurch sich die Lautstärke dieses Teils unverzüglich um ein Vielfaches minimiert. Man renne zur Wohnungstür, öffne sie und beruhige die Nachbarn, die sich zwischenzeitlich im Hausflur versammelt haben. Zurück in der Wohnung schäme man sich ein bisschen, weil die Nachbarn einen am frühen Sonntagnachmittag im ollsten Schlafanzug, ungeduscht und ungekämmt gesehen haben. Man denke kurz darüber nach, ob man vielleicht einen Arzt aufsuchen sollte, damit dieser sich mal kurz den Hals, in dem es ordentlich kratzt, ansehen kann, entscheide sich aber dagegen. Erstmal nach dem Kuchen sehen.


Ich denke, mit ein bisschen Puderzucker drauf ging´s vielleicht ...

Kommentare:

  1. Ich musste echt grinsen beim lesen *ups**g*.
    Der arme Kuchen :(
    Aber den werde ich bestimmt mal nachbacken :)


    LG
    Mel

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  2. Mach das. Aber stell´ einen Feuerlöscher neben den Ofen. Sicher ist sicher. ;-)

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  3. Hauahauahaua... trotz allem würde ich - bis auf den Schritt, in dem Flammen und Qualm und Rauchmelder vorkommen - das gerne mal nachbacken *schleck*

    Du machst Sachen *tzzzz* :)

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  4. Jedenfalls werde ich mich nie mehr beschweren, dass in meinem Leben nie was Aufregendes passiert. ;-)

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  5. Hahaha! Bis zum Zuckerbestreuen dachte ich auch "mmh, das mache ich auch mal".

    Danach habe ich es mir dann noch mal genau überlegt ;)

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  6. PS: Aber dabei fällt mir ein: was war denn der fehler? War der Rost doch zu weit oben?

    Nicht, dass mein Schlafanzug sich nicht sehen lassen könnte, aber den Teil lasse ich dann vielleicht doch weg.

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  7. Herrlich - ich muss gestehen ich habe zum Schluss sogar gelacht :oops: Wie es so schön heißt: Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung... Woran lags? hast Du die Uhr nicht gehört oder ging sie gar nicht??? Bzw. drei Minuten sind für 250 Grad und alleroberste Schiene doch etwas lang... Selbst Streusel auf der Applecrumble (und die Schüssel ist nur halb voll) lasse ich auf der mittleren Schiene unterm Grill nur 2 Minuten...

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  8. Der Kuchen sieht doch top aus!! Frag doch mal Deine Nachbarn, ob sie ein Stück abhaben wollen ... so als Wiedergutmachung für den rauchigen Weckdienst!
    Liebe Bea, Dein "Rezept" ist klasse geschrieben ... sorry, aber ich muss ständig grinsen ...
    Lass es Dir trotzdem schmecken ... wer weiß, vielleicht ist ja gerade die besondere Kruste besonders lecker ;0)

    Wünsche Dir eine schöne Woche,
    Sonja

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  9. WdW
    Ich schätze, der Grill war zu heiß und das Rost zu weit oben oder beides.
    Ich habe den Grill noch nie benutzt und kenne mich damit nicht aus. Ich werde ihn auch ganz sicher nie mehr benutzen, soviel steht fest.
    Ansonsten schmeckt dieser Kuchen (normalerweise) sehr lecker. Den Teil mit dem Zucker karamelisieren kann man auch weglassen und statt dessen Puderzucker drauf streuen. Sicherer wäre das allemal. ;-)

    GZi,
    mit der Uhr war alles ok, der Fehler lag wohl eindeutig bei mir.

    Sonja,
    leider is nix mehr übrig ... ;-)
    Dir auch eine schöne Woche!

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  10. Bea, sei nicht böse, aber ich habe laut gelacht!!!
    Schade um den Kuchen - aber wenigstens hat er für eine tolle Geschichte gesorgt!!!

    Vielleicht erzähle ich irgendwann auch mal meine Rauchmelder-Geschichte, bei der ich eigentlich nur ein paar Pfannkuchen backen wollte und der Rauchmelder irgendwann in Handtücher gefesselt und geknebelt im Wäschetrockner landete... ;)

    Liebe Grüße
    Britta

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  11. Britta,
    lach´ ruhig. Auf der Dienststelle werde ich seit Montag permanent verspottet. Mir macht das aber überhaupt nix und den nächsten Apfelkuchen, also falls ich nochmal jemals einen backen sollte, nehme ich mit ins Büro und esse den da ganz alleine auf. So!

    Im Wäschetrockner gefangen gehaltener Rauchmelder ... und schuld sind ein paar Pfannkuchen ... hört sich spannend an! ;-)
    Liebe Grüße zurück!

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