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Freitag, 13. Januar 2023

Sie ist da!

Vor gut 40 Jahren kam ich in den Genuss, drei Wochen lang in Madrid eine Vespa  fahren zu dürfen. (Ok, gedurft hätte ich nicht, ich war ja erst 15, aber das war mir doch egal.) Danach wollte ich unbedingt eine Vespa haben und hab natürlich keine gekriegt (Schweinerei, voll gemein und wenn ich 18 bin, mach ich, was ich will. So!).  Am Ende sollte es noch 40 Jahre dauern, bis ich zwar keine Vespa gekauft, aber angefangen habe darüber nachzudenken, ob ich mir die Schwester der Vespa zulegen soll: eine dreirädrige Ape. Soll ich, oder soll ich nicht?

Wie immer in solchen Fällen, machte ich ein Liste.

PRO Ape:

- Fahrspaß
- trockenen Fußes zum Einkaufen, Arzt und Co.
- Ende der elendigen Schlepperei von Katzenstreukartons
- Fahrspaß
- klingeley-Marktsachentransportfahrzeug (tschüß Taxi!)
- klingeley-Werbemobil
- Fahrspaß
und nicht zu vergessen:
-Fahrspaß

KONTRA Ape:


Jetzt fiel die Entscheidung, Ape kaufen oder nicht Ape kaufen, gar nicht mehr sooo schwer.

Ich also ins Autohaus: 

"Guten Tag. Eine Ape bitte. Brauchen Sie nicht einpacken, nehme ich gleich so mit. Danke."

Verkäufer: " ... " 

Am Ende hat es dann doch noch 3 Wochen gedauert, bis heute endlich die ersehnte Mail kam:

"Ihre Ape ist abholbereit."

Ist sie nicht hübsch? 😍



Ich ins Autohaus.

Verkäufer: "Sind Sie denn schon mal Ape gefahren? Oder Roller mit Handschaltung vielleicht?"

Ich: "Nö."

Verkäufer: "Oh." ... "Ok, dann erkläre ich Ihnen mal wie es geht, Handschaltung, Fußbremse, Rückwärtsgang und so, und dann fahren Sie am besten mal ein paar Runden hier über den Hof."

Ich: "Ok."

Ich (drei Runden später): 

"Oh ... äh ... ja ... also ich habe mir gerade überlegt, dass ich die Ape doch hier stehen lassen könnte, ich hole sie dann irgendwann später, oder morgen, oder Sonntag. Irgendwann, wenn keine Autos, Kinder oder Hunde auf der Straße unterwegs sind, die ich gefährden könnte. Und dann übe ich erstmal ein bisschen. Das mit der Handschaltung, der Fußbremse und dem Rückwärtsgang. Oder?"

Verkäufer: "Gute Idee."

Nun sitze ich hier. Es ist Freitagnachmittag. Feierabendzeit. Und es stürmt. Windstärke 38 km/h, bedeutet: frische Brise (da kommt das Pottkind in mir durch: für mich ist das Sturm!) Ach fu*k!

Ich warte noch ein bisschen ab, vielleicht wird es ja eine Nachtfahrt.

Und ratet, wer es auch noch kaum erwarten kann!?!?





"Marvin?"

"Ja?"

"Wo hast du den Helm her?"

"Ausn Amazonasladen ausn Internet."

"Über meinen Account?!?"

"Ja."

"Wie kommst du an mein Passwort?"

"Du has nich ausloggt bein letzten Mal."


Der macht mich fertig!



Montag, 2. April 2012

Danke, Gesundheitssystem!

Heute Morgen war ich bei meinem Hausarzt und brauchte unter anderem ein Rezept für mein neues Basismedikament. Ich nehme das jetzt seit einem Monat und komme bisher gut damit zurecht. Ich hatte gleich als mich mich am Empfang anmeldete, die Praxishelferin gebeten, das Rezept für mich auszustellen. Als ich dann beim Arztgespräch saß, kam die Praxishelferin rein, legte dem Doc den Packungsabschnitt, den ich ihr gegeben hatte, vor und fragte, ob sie das aufschreiben dürfe. Er suchte kurz im PC rum und meinte dann, er würde mir eine Überweisung zum Rheumatologen ausstellen und ich solle dort das Rezept holen. Er erklärte mir dann noch die Sache mit dem begrenzten Budget, aber ich hörte nur mit halbem Ohr hin. Das einzige was ich hörte war: Ich bin zu teuer. 

Ich benötige jeden Monat Medikamente für 266 Euro 80 (zuzüglich Schmerzmittel). Klar ist das viel. Aber wenn ich das doch brauche, um leben zu können? Wütend und enttäuscht fuhr ich zu meinem Rheumatologen. Drei Kilometer hin und drei Kilometer zurück, mit dem Fahrrad,  bei eisigem Gegenwind. Danke, Gesundheitssystem! ...

Freitag, 30. Dezember 2011

Sylvester

Wenn ich noch einmal im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel das Wort Sylvester lese, kriege ich einen Tobsuchtsanfall! 


Liebe Nichtwissende: 

Sylvester ist der Typ, der den Rocky und den Rambo spielte und der so fies aussieht, dass man gerne gleich wieder wegguckt


 und Sylvester ist der Kater, der dauernd auf der Jagd nach dem kleinen süßen Tweety ist und ihn dennoch nie erwischt.



Der letzte Tag im Jahr 


heißt 

Silvester!



*klugscheißermodus aus*

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Amy Winehouse

Endlich sind die Obduktionsergebnisse da:

" ... Amy Winehouse hatte über 4 o/oo Alkohol im Blut und ist somit an einer Alkoholvergiftung gestorben und nicht, wie es gerüchteweise hieß, an einer Überdosis Drogen. ..." 

Und ich so: "Häh?" 

Alkohol IST eine Droge und mit über 4 o/oo Alkohol im Blut HAT man eine Überdosis! 

Merkwürdige Denke ...

Sonntag, 18. September 2011

Fürs Leben gelernt

Gestern war ich in der Stadt. Vor der Rolltreppe ins Einkaufszentrum sitzt häufig ein Mann mit einem Schild: "Bitte um eine kleine Hilfe." Mich stört das nicht. Weder der Mann noch das Schild noch die Sammelschale vor seinen Füßen. Manchmal tu ich was rein, manchmal nicht.

Gestern also stehe ich auf der Rolltreppe Richtung oben. Hinter mir ein Paar, um und bei Mitte fünfzig, in Begleitung eines Jungen von etwa sieben oder acht, ich vermute mal, ihr Enkel. Vom optischen Erscheinungsbild (ja ich weiß, das sagt gar nichts) nicht unvermögend (allein ihr Handtäschchen kostet im legalen Handel so viel wie ich im Monat verdiene. Brutto.) Der Junge hatte offenbar nach dem Mann am Fuße der Treppe gefragt. Die Antwort seiner Oma: 

"... In Deutschland gibt es mehr als genug Arbeit für alle, aber der ruht sich lieber aus und lebt auf anderer Leute Kosten."

Schön, wenn Kinder gleich richtig eingenordet werden.

Wenn ich mich umgedreht hätte, hätte ich jetzt eine Beleidigungsklage am Arsch, wenn nicht gar Schlimmeres. Und trotzdem ärgere ich mich inzwischen, dass ich es nicht getan habe ...

Montag, 8. August 2011

Das Allerletzte!!!

Ich wohne in einer Alten- und Behindertenwohnanlage. Diese Nachricht hängt bei uns im Haus am Schwarzen Brett:

(Ein Klick aufs Foto zeigt es in Originalgröße.)

Wer macht sowas?
Und warum?!?!?

Samstag, 16. April 2011

Gut Ding

... braucht Weile

Nachdem ich ungeduldig eine ganze Woche lang auf einen Besichtigungstermin gewartet hatte, habe ich am vergangenen Montag eine SMS an die Mieterin getippselt:

Hallo Frau H, sie können mich tagsüber auch unter der folgenden Telefonnummer erreichen: 123456. Freundliche Grüße, Bea W.

Eine Minute später die Antwort:

Hallo Frau W, tut mir leid, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe. Die Wohnungsbaugesellschaft hat sich bei mir gemeldet und Bescheid gegeben, dass sie für die Wohnung einen Mieter gefunden haben. Viel Erfolg noch bei der Suche, LG* Z.

Ahhhja ...

Ich war drauf und dran, die junge Frau anzurufen und zu fragen, wann sich denn der Nachmieter die Wohnung angesehen hat. Im Laufe der letzten Woche kann ja nicht sein, denn - ich zitiere: "Aber diese Woche geht es nicht, da habe ich keine Zeit. Ich melde mich am Wochenende wegen eines Besichtigungstermins bei Ihnen."
Dann habe ich´s aber doch gelassen, da rege ich mich nur unnötig auf.


*Wie sehr und warum mich so ein "LG" nervt, werde ich hier demnächst mal näher erläutern.

Freitag, 18. Februar 2011

Schock. Ungläubigkeit. Fassungslosigkeit. Wut.

Ich war heute bei meinem ehemaligen Ex. Ehemalig deshalb, weil er seit heute definitiv wieder mein aktueller ist. Ich war heute bei meinem Zahnarzt.

Nach dem unschönen Erlebnis im Januar (hier nachzulesen ---> Klick) hatte ich nun endlich für heute einen Termin bei meinem Ex. Ich hatte die Arzthelferin gebeten, die Röntgenbilder bei Frau Dr. Xyz anzufordern, sie ihrem Chef vorzulegen und mir gleich einen Behandlungstermin zu geben. Schließlich eilte die Sache (ich sach nur: tickende Zeitbombe und so) und da ich für die An- und Abreise nach Heide/Holstein fünf bis sechs Stunden einplanen muss und der Fahrpreis von 30 Euro auch nicht zu verachten ist, wollte ich ungern "nur" zum Vorgespräch dort hin fahren. Bis dahin alles gut. Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von der Praxishelferin, dass der Doktor doch gern erst ein Vorgespräch mit mir führen wolle. Die Röntgenbilder seien angekommen und die wolle er erst mit mir besprechen, bevor er mich behandelt. Na gut, nützt ja nix, er ist der Chef.

In der Praxis angekommen, erst mal eine Runde Smalltalk. Seit wann ich in Kiel bin und ob es mir auf der Insel nicht mehr gefallen habe und warum ich denn nun doch wieder nach Heide gekommen wäre, es gäbe doch in der "Stadt der Zahnmediziner" sicher jemanden, der mich adäquat behandeln könne. Undsoweiter undsofort. Ich erzählte ihm, dass ich mit zwei Zahnärzten in Kiel Kontakt gehabt habe und mich dann für Frau Dr. Xyz entschieden hätte., dann kurz und knapp, was da abgelaufen ist:
dass ich selbst und höchstpersönlich auf dem Röntgenbild (ein Panoramabild) die beiden dunklen, fast kreisrunden Flecken direkt unter den Zahnwurzeln gesehen habe und dass Frau Dr. Xyz mir erklärt habe, dass eines davon eine eher harmlose, aber dennoch behandlungsbedürftige Wurzelentzündung und das andere ein Abszess, die besagte "tickende Zeitbombe", wäre und er möge doch bitte so schnell wie möglich die Behandlung einleiten, weil ich vor lauter Angst schon nicht mehr in den Schlaf käme.

Schweigend machte er das Licht aus und den Monitor an. Vor mir, in extragroß, das Röntgenbild mit meinem kompletten Unterkiefer, Zähnen, Zahnwurzeln und ... Achtung, jetzt wird´s krass! ... keinem  einzigen dunklen Fleck!?!?!?!?!?!

"So, dann zeigen Sie mir doch mal, wo denn die Entzündung und der Abszess sein sollen, ich seh´ nämlich nix." ... 

Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, wäre ich am Montag beim Anwalt.

Frage an die Juristen unter Euch:
Weswegen kann man so jemanden eigentlich verklagen? Versuchter Betrug? Versuchte Körperverletzung? Ist der bloße Versuch überhaupt strafbar oder ist das völlig in Ordnung, dem Patienten eine Erkrankung anzuschnacken, die er gar nicht hat, um dann eine teure Privatbehandlung vorzunehmen?

Frage an die (Zahn)Mediziner unter Euch:
Gibt es eigentlich Röntgengeräte oder Praxiscomputer mit eingebauten Patientenüberzeugungsprogrammen, die bei Bedarf den einen oder anderen dunklen Fleck auf´s Röntgenbild zaubern können?

Ich bin immer noch erschüttert und ich kann es immer noch nicht glauben und ich bin immer noch fassungslos und unglaublich wütend!


Donnerstag, 27. Januar 2011

Patientenberatung oder -verarschung? - Teil 2

Sehr geehrte Frau Wüst,

damit wir auf Grund Ihrer Beschwerde weitere Maßnahmen einleiten und Ihre persönlichen Daten an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung weiterleiten können, benötigen wir noch ihr schriftliches Einverständnis.
Wir bitten Sie daher, uns die anliegende Einverständniserklärung unterschrieben zurück zu senden. Mit diesem Schreiben erhalten Sie einen adressierten Rückumschlag.
Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie uns bitte an.

Mit freundlichen Grüßen
BKK, Frau 123

Anlage: 

Einverständniserklärung

Ich, Bea Wüst, KV-Nr. bablabla, bin damit einverstanden, dass die BKK meine Beschwerde mit der Nennung meiner persönlichen Daten und der Daten des Arztes für weitere Ermittlungen an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung weiterleitet.
Ich erkläre mich ebenfalls einverstanden, dass meine Beschwerde an Frau Dr. Xyz weitergeleitet wird. Gleichzeitig befreie ich Frau Dr. Xyz von der ärztlichen Schweigepflicht, soweit es für eine sachgerechte Stellungsnahme auf meine Beschwerde erforderlich ist.

Ort, Datum, Unterschrift


Der Einverständniserklärung füge ich das Antwortschreiben der Patientenverarschungsstelleberatungsstelle bei, damit die BKK auf dem neuesten Sachstand ist.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Patientenberatung oder Patientenverarschung?

Nach meinem wenig schönen Zahnarzterlebnis vor zwei Wochen  (hier noch mal nachzulesen ---> klick) habe ich eine Woche später einen Brief an die "Patientenberatungsstelle der schleswig-holsteinischen Zahnärzte" geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich im November letzten Jahres ein "Kennenlern-Gespräch" mit ihr hatte, war ich gestern bei Frau Dr. Xyz zur Zahnbehandlung. In unserem ersten Gespräch hatte ich Frau Dr. Xyz mitgeteilt, dass ich Angstpatientin (Behandlungsphobie) bin, in den letzten Jahren allerdings gelernt habe, mithilfe eines Entspannungstrainings (Selbsthypnose), einigermaßen gut mit der Behandlungssituation umzugehen. Da ich Frau Dr. Xyz als freundliche Person kennen gelernt hatte, und zudem noch wusste, dass sie auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert ist, hatte ich recht schnell Vertrauen zu ihr gefasst und fühlte mich sicher und "gut aufgehoben". Bereits bei meinem ersten Besuch im November wurden Röntgenbilder gemacht und Frau Dr. Xyz teilte mir mit, dass zwei Wurzelbehandlungen nötig wären. Eine aufgrund einer Zahnwurzelentzündung und eine weitere, äußerst dringende, aufgrund eines Abszesses. Aber bei meinem ersten Besuch würde sie nur eine Kariesbehandlung machen, damit ich merke, dass ich keine Befürchtungen haben brauche und entsprechend Vertrauen aufbauen kann.
So war es dann auch. Gestern machte Frau Dr. Xyz also die Kariesbehandlung, die ohne Probleme verlief. Gleich im Anschluss sagte sie, dass nun dringend die Wurzelbehandlung erfolgen müsse, da der Abszess eine "tickende Zeitbombe" sei und wenn die "hoch ginge". ich erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen würde. Für mich war es keine Frage, dass ich die Behandlung so schnell wie möglich machen lassen wollte, schon aus Angst um meine Gesundheit. Eine Praxishelferin ging dann mit mir in einen anderen Raum, um mich über Art und Weise sowie über die Dauer der Behandlung aufzuklären. Immer wieder wies sie darauf hin, dass es eine sehr langwierige Prozedur werden würde. Da diese Behandlung aber notwendig ist, stimmte ich natürlich erstmal zu. Am Ende des "Beratungsgespräches" sagte mir die Praxishelferin dann, dass die Kosten für diese Behandlung allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt würden und ich somit die Behandlungskosten von 500 Euro (pro Zahn!) selbst bezahlen müsste. Ich sagte ihr, dass ich diesen Betrag nicht bezahlen könne. Daraufhin wies sie mich nochmals auf die Dringlichkeit der Behandlung hin und ob ich das Geld nicht doch irgendwie zusammenbekommen könne, ich müsse mich auch nicht sofort entscheiden sondern könne darüber ja nochmal nachdenken. Da ich ausschließlich auf mein monatliches Einkommen zugreifen kann und auch keine Ersparnisse habe, lehnte ich erneut ab und fragte nach einer Alternative. Sie sagte, dass müsse sie die Frau Doktor fragen und ging aus dem Raum. Als sie etwa eine Minute später zurück kam, sagte sie, dass es noch folgende Möglichkeit gebe: sie würde mir eine CD mit den aktuellen Röntgenbildern brennen und damit solle ich in die Zahnklinik gehen, vielleicht würden die das dort ja für weniger (Geld) machen. Dem stimmte ich gezwungenermaßen zu, wartete auf die CD und verließ dann die Praxis.
Erst als ich draußen war, realisierte ich, dass es sich bei dem "Beratungsgespräch" um ein reines Verkaufsgespräch gehandelt hatte und die Übergabe der CD samt Verabschiedung den Rausschmiss aus der Patientenkartei bedeutete nach dem Motto: "Patienten ohne Geld werden hier nicht behandelt."

Ich verstehe die ganze Situation nicht, denn Frau Dr. Xyz war von Anfang an klar, dass ich Kassenpatientin bin und ich frage mich, warum sie mir nicht gleich beim ersten Gespräch (im November) gesagt hat, dass sie die Wurzelbehandlungen nicht in der "Standardausführung" durchführt. Dann hätte ich mir gleich einen anderen Zahnarzt suchen können. Als "Spezialistin" für Angstpatienten sollte ihr klar sein, wie schwierig es für mich als Betroffene ist, Vertrauen aufzubauen und mich auf den behandelnden Arzt einzulassen, und dass es bei jedem neuen Arzt schwieriger wird.
Jetzt laufe ich erstmal mit einer "tickenden Zeitbombe" im Mund herum und hoffe, dass ich bald einen für mich "passenden" Zahnarzt finde und dass der dann auch gleich mit offenen Karten spielt.

Ich bin der Meinung, dass man so mit Patienten nicht umgehen kann und mit Angstpatienten schon gleich gar nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Bea Wüst

Eine Kopie dieses Schreibens hatte ich an meine Krankenkasse geschickt, die auch umgehend darauf reagiert hat. Bereits zwei Tage später rief mich ein Mitarbeiter der Krankenkasse an und hat noch einmal persönlich mit mir über die Sache gesprochen. Gestern kam ein Fragebogen, den ich ausfüllen soll, damit die BKK weitere Schritte einleiten kann (was auch immer das für Schritte sein werden).

Gestern bekam ich einen Brief von der Patientenberatungsstelle der schleswig-holsteinischen Zahnärzte:

Sehr geehrte Frau Wüst,

leider werden bei einer Wurzelbehandlung nicht alle Leistungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, obwohl diese (Optimierungsleistungen) erheblich zum Erhalt des eigenen Zahnes beitragen können.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass laut Richtlinien die gesamte Wurzelbehandlung keine Kassenleistung darstellt. Die Kosten sind dann vom Patienten selbst zu tragen. Dies können wir aus Ihrem Schreiben jedoch nicht entnehmen.
Die Behandlung muss von einem Zahnarzt immer nach dem neuesten medizinischen Standard (lege artis) durchgeführt werden. Daher ist es wichtig, dass der Patient über Art, Umfang und Kosten aufgeklärt wird und entscheiden kann, ob er dieser Therapie zustimmt.
Vermutlich hat Ihnen Frau Dr. Xyz vorgeschlagen, sich an die Zahnklinik zu wenden, damit diese optimale Versorgung gewährleistet ist. Dazu gehört auch, dass man Ihnen die Röntgenbilder mitgibt, um eine unnötige Röntgenbelastung zu vermeiden.
Vielleicht handelt es sich hier um ein Missverständnis und wir schlagen Ihnen vor, ein klärendes Gespräch mit Frau Dr. Xyz zu führen. Da Sie schreiben, dass Sie Frau Dr. Xyz als freundliche Person kennen gelernt haben, wird sie sicher hierzu bereit sein.

Wir wünschen Ihnen alles Gute. Sollten sich noch Fragen ergeben, melden Sie sich gerne wieder bei uns.

Mit freundlichen Grüßen
Frau Abc

Die will mich doch verarschen, oder?

Mittwoch, 12. Januar 2011

Kassenpatient? Pech gehabt!

Heute war ich bei meiner Zahnärztin. Meiner Ex-Zahnärztin.  

Weil ich nicht in der Lage bin, zwei Luxus-Wurzelbehandlungen zu je 500 Euro machen zu lassen, bekam ich eine CD mit den letzten beiden Röntgenbildern und der Bemerkung, ich könne es ja mal in der Zahnklinik versuchen, vielleicht machen die es für weniger. (Das hat sie mir allerdings nicht selbst gesagt sondern das hat eine ihrer Praxishelferinnen erledigt.) Und dann durfte ich gehen. Und tschüß. Immerhin hatte mir die Frau Doktor vorher ein Kariesloch gestopft. Und mir danach in den schillerndsten Farben geschildert, dass sich da in meinem Kiefer ein Abszess gebildet hat, der mit einer Zeitbombe vergleichbar ist, die mir, wenn sie hoch geht (was jederzeit passieren kann), schwerste gesundheitliche Schäden zufügen kann. Die Behandlung dulde keinen Aufschub. Und dann hab ich gesagt, dass ich mir das nicht leisten kann. Und dann ... siehe oben ...

Ich leide unter einer Zahnbehandlungsphobie, die ich seit ein paar Jahren, Dank meines letzten Zahnarztes in Heide/Dithmarschen, immer besser in den Griff bekomme. Ich wollte mir einen Zahnarzt hier in Kiel suchen, damit ich mir im Notfall und auch sonst den weiten Weg bis ans andere Meer ersparen kann. Bei der Frau Doktor fühlte ich mich schon beim Kennenlerngespräch sehr wohl, so dass wir auch gleich einen Karieslochstopftermin ausmachen konnten. Ich habe mir ein MP3-Album mit Entspannungsmusik und einen Kopfhörer gekauft. Damit gelingt es mir recht schnell, mich in Hypnose zu versetzen. Hat auch alles super geklappt und nach der Behandlung war ich der vermeintlich glücklichste Mensch wo gibt. Ich hatte es geschafft! Dann kam die Sache mit dem Abszess ... siehe oben ...

Als ich aus der Praxis ging, war ich wie betäubt, wie vor den Kopf geschlagen. Ich konnte irgendwie nicht realisieren, was da gerade passiert war. Irgendwie war da noch der Gedanke: "Ich brauche aber doch noch einen neuen Termin." und gleichzeitig: "Das war´s dann? Keine weiteren Behandlungen mehr hier?" Es fühlte sich sehr merkwürdig an. So, als wäre man Knall auf Fall verlassen worden und weiß überhaupt nicht warum. Dann hab ich angefangen zu heulen und stand da noch mindestens 10 Minuten vor der Tür und wusste überhaupt nicht, wo ich denn nun hingehen soll und was ich denn nun machen soll und überhaupt. Ich war völlig verwirrt. Und dann kapierte ich langsam, dass ich quasi rausgeschmissen worden bin. Rausgeschmissen aus der Patientenkartei, weil ich nicht in der Lage bin, mal eben 1000 (EINTAUSEND!) Euro locker zu machen.  Autsch!

Und jetzt frage ich mich: 

1. verdienen Zahnärzte heute tatsächlich so wenig, dass sie sich nicht mehr in der Lage sehen, einem Menschen zweiter Klasse (auch Kassenpatient genannt)  zu helfen?

2. können diese Zahnärzte noch ruhigen Gewissens schlafen und/oder sich im Spiegel ins eigene Gesicht sehen, ohne sich vor Scham in Luft aufzulösen?

Donnerstag, 16. September 2010

Kultursterben in Kiel


Zum Ende des Jahres 2010 sollen die Stadtgalerie Kiel sowie das KulturForum Kiel geschlossen werden. Zwei Orte, die für mich persönlich sehr wichtig geworden sind, seit ich vor knapp zwei Jahren hierher zog. So viele Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen wie in den letzten beiden Jahren, habe ich in den zehn Jahren davor nicht besucht. Und ich bin noch lange nicht satt. Die Nachricht über die geplante Schließung traf mich sehr und sie macht mich wütend.

Warum machen sie die Kunsthochschule nicht auch gleich dicht?



  • 02.09.2010

PROTEST

Kiel droht kultureller Kahlschlag

Gegen die fürs Jahresende geplante Schließung der Stadtgalerie Kiel hat sich ein siegessicherer Förderverein gebildet. Denn der Einspar-Effekt wäre minimal, andererseits ginge eine Institution verloren, deren Renommee in den gesamten Ostseeraum hineinreicht.VON FRANK KEIL

Kulturelles Zentrum unterm Damoklesschwert: die Stadtgalerie in Kiel von innen.Foto: Frank Molter
Wilm Feldt kann sehr deutlich werden. Dann schlägt der Diplom-Ingenieur, der als Projektmanager für eine Bank arbeitet, nicht mehr lässig das rechte Bein über das linke. Dann setzt er sich vielmehr kerzengerade hin und sagt mit fester Stimme: "Wir werden gewinnen, keine Frage." Feldt engagiert sich seit kurzem im Förderverein der Stadtgalerie Kiel. Seitdem hat er viel zu tun: Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig hat sich zum Ziel gesetzt das Kunsthaus zum 31. Dezember zu schließen.
Erfahren haben Feldt und seine Mitstreiter davon aus der Zeitung. Dabei liegt die Stadtgalerie im Erdgeschoss des Neuen Rathauses, im Zentrum der Stadt. Der Bürgermeister hätte also nur die sehr breite Treppe hinuntergehen müssen, um dieses Vorhaben persönlich mitzuteilen. "Da kommt natürlich Freude auf", sagt Feldt.
Wo soll man anfangen, die Aktivitäten der Stadtgalerie zu loben? Was alles anführen an lokalen, überregionalen bis internationalen Kunstausstellungen? Vielleicht nur dies: Seit Jahren richtet das Haus die "Ars Baltica" aus, die wichtigste Kunstschau des Ostseeraums. Nebenbei wob sie ein dichtes Netz aus Künstlern und Künstlergruppen von Trondheim über Kopenhagen bis Vilnius und St. Petersburg und eben Kiel. Seit Jahren ist sie erfolgreich im Auftreiben von Sponsorengeldern und Kooperationspartnern.
Trotz schwieriger Bedingungen: Der Ausstellungsetat hat sich allein in den letzten Jahren halbiert. Der Etat für Ankäufe, einst 90.000 D-Mark, ist bei 7.000 Euro angekommen. Sollte das Haus schließen, würden 80.000 Euro pro Jahr gespart. Kiel möchte seinen Etat im nächsten Jahr um zehn Millionen Euro entlasten.
Geschlossen werden soll bei der Gelegenheit auch das Kulturforum, ein benachbarter, fensterloser Raum mit Stuhlreihen, einer Bühne plus Ton- und Lichtanlage. Betrieben wird es vom Kulturamt der Stadt. Hier tritt die Jazzsängerin Lyambiko auf; hier liest der Erfolgsautor Kristof Magnusson.
Auch die Vorsitzende des Fördervereins für das Kulturforums klagt über mangelnde Kommunikation: "Es redet ja niemand mit uns", sagt Christine Kreß-Lindenberg. "Erst recht nicht über Inhalte. Dabei sind wir seit zwei Jahren dabei, Vorschläge zu erarbeiten, wie es trotz knapper Gelder weitergehen könnte." Von drei Stellen hat die Stadt das Personal auf zuletzt eine und eine Viertel Stelle heruntergekürzt. Sinnigerweise wurde im Sommer eine neue Kraft eingestellt, die die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit der Stadtgalerie mit dem Kulturforum, damit von Bildender Kunst, Theater und Musik ausloten soll. Das wäre dann nicht mehr nötig.
Geschlossen werden muss dann auch der Ehmsen-Saal, der sich den Räumen der Stadtgalerie anschließt: eine Bibliothek nebst Archiv und Depot. Heinrich Ehmsen, geboren 1886 in Kiel, Mitstreiter des Blauen Reiters, ist einer der wenigen Maler, auf den die Stadt stolz sein kann. Auch Ehmsens Enkeltochter Gabriele Ehmsen, die in Wien lebt, aber gerade in Berlin weilt und die sich jüngst die fünf Ehmsen-Bilder angeschaut hat, die in der Nationalgalerie hängen, hat ebenso von der Schließung aus der Zeitung erfahren.
Finanziell geht es erstmal um ganze 4.400 Euro, die die Stadt der Stiftung bisher jährlich zukommen lässt. Sollte der Saal geschlossen werden, würde die Stiftung ebenso ihren Sitz verlieren. "Man kann sich gut vorstellen, wie das auf die Kieler Bürger wirkt, in deren Villen manche Werke hängen, die man vielleicht später der Stadt überantworten könnte", kommentiert dies Feldt. Dazu kommt, dass erst vor zwei Jahren jener Saal mit städtischen Geldern umgebaut wurde. Gekostet hat das 400.000 Euro.
Vorne, im Eingangsbereich, gibt es dann noch das Statt-Café, das selbst mit einer kleinen Jazzreihe aufwartet. Dessen Betreiber Frank Müller, der kraft seines Jobs rechnen kann, weiß, was auf ihn zukommt: "Das ist eine Art indirekte Kündigung, denn wir leben von den Gästen, die sich in der Stadtgalerie eine Ausstellung angeschaut haben oder die nach einem Konzert noch etwas trinken oder essen möchten."
Er zeigt auf das ausladende Foyer, auf die Skulpturen, die sich einem freundlich in den Weg stellen, auf den benachbarten Bilder-Ausleihdienst und auf den Aufgang zur Stadtbücherei, die im ersten Stock dann sehr einsam residieren würde: "Das Haus hier bildet für Kieler Verhältnisse ein einzigartiges Ensembles aus Kultureinrichtungen", sagt Müller. Verschwinden würde auch der seitlich angebrachte Kunstcontainer, in dem die Studenten der benachbarten Muthesius-Kunsthochschule sich ausprobieren können.
Und die Stadt? "Das ist ja ein sehr umfassendes Thema", haucht die junge Pressereferentin und verspricht, einen Gesprächspartner aufzutreiben. Der ist am nächsten Morgen am Telefon: Gert Meyer, Kulturdezernent und zugleich Kämmerer. Wortreich beschreibt er die bedrückende finanzielle Situation der Stadt, die einen zu solchen Schließungen zwinge. Er spricht von den Finanzen, die im Mittelpunkt ständen. Fachlich lobt er die Stadtgalerie ohne Wenn und Aber: "Das ist ein großer Schatz, der da verloren geht."
Kurzfristig ergebe sich nur ein geringer Einspareffekt, langfristig könnte aber Personal abgebaut werden, so dass andere Dienststellen in die Räume umziehen könnten. "Da beabsichtigt ist, durch Pensionierung frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen, hätte die Stadtgalerie in vier, fünf, sechs Jahren ohnehin kein Personal mehr und wäre dann auch so nicht mehr handlungsfähig", sagt er. Konkrete Pläne, was mit den leer stehenden Flächen ab Januar geschehen würde, gibt es nicht. Sie würden erstmal leer stehen, bezahlt, bewacht und beheizt.
Und nun? Oberbürgermeister Torsten Albig gilt als hemdsärmeliger Macher, der die Konfrontation sucht und genießt. "Neulich hat Albig bei einer Diskussion in der Kunsthalle den Bürgern, die sich seit Jahr und Tag engagieren, die fortlaufend Gelder auftreiben und selbst welche geben, vorgehalten, sie sollten aufhören zu jammern und lieber etwas tun. Das kam gar nicht gut", erzählt Wilm Feldt. Von der CDU, die schon zu ihrer Regierungszeit das Haus schließen wollte, ist wenig zu erwarten. Die Grünen haben mit der regierenden SPD einen Kooperationsvertrag geschlossen - und könnten wie gewohnt stillhalten.
So wird es an Feldt und den Seinen und auf Christine Kreß-Lindenberg und die Ihren ankommen, ob sie es vermögen, flankierend zu den Haushaltsberatungen ab Herbst genügend öffentlichen Druck aufzubauen. Feldt sagt: "Die Überschrift lautet: Rücknahme der Schließung. Die Unterzeile: Daseinsschutz für die nächsten fünf Jahre, damit wir vernünftig ein Zukunftsmodell entwickeln können." Er sagt: "Die Stadt erwartet professionelles Arbeiten - wir erwarten professionelle Rahmenbedingungen." Feldt sagt: "Zum Leben eines Bürgers gehört Kunst. Punkt!"
Als die Beamten und Verantwortlichen der Stadt Kiel in den Fünfzigern anfingen, Kunst zu sammeln und so einen ersten Grundstock für die spätere Stadtgalerie schufen, taten sie dies, um ihre Arbeits- und Büroräume zu dekorieren und zu schmücken. Dass ihnen selbst dieser Eigennutz abhanden gekommen ist, ist ein fatales Zeichen.

Quelle: www.taz.de


Es gibt eine Petition gegen die Schließung der Stadtgalerie. Je mehr Unterschriften zusammenkommen, desto höher die Erfolgsaussichten. Unterschreiben kann man hier --->  Klick!

Sonntag, 20. Juni 2010

Copy and paste

oder:

Wie viel Diebstahl ist erlaubt?

So der Titel meines Blogbeitrages vom 12. Juli 2009. 
(Der komplette Beitrag hier ----> Klick)

Heute fand ich das hier (Klick) und frage mich, ob so ein Mensch sich eigentlich morgens im Spiegel noch in die Augen sehen kann.

Ich empfehle, jede verlinkte Seite in dem Beitrag zu öffnen und die Texte zu lesen bzw. zu vergleichen. Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Dreistigkeit da geklaut wurde! Dagegen war der Dieb, den ich mit meinem Beitrag damals meinte, ein harmloser Möchtegernkreativbubi.

Montag, 14. Juni 2010

Ohne Worte!

POL-ME: Da staunte der Bezirkspolizist nicht schlecht ... - Velbert-Neviges - 1006104

Velbert-Neviges (ots) - Trotz seiner fast 30-jährigen Berufserfahrung im Streifendienst der Polizei staunte ein Nevigeser Bezirkspolizist am heutigen Montagmorgen des 14.06.2010 nach eigenen Angaben nicht schlecht, als ihm während seiner Bezirksstreife, auf einer außerörtlichen Straße in einem abgelegen Randgebiet zwischen den Velberter Ortsteilen Neviges und Langenberg, eine 47-jährige PKW-Fahrerin am Steuer ihres PKW Opel Zafira entgegenkam, die ihren 18 Monate jungen Säugling an der Brust liegen hatte und diesen während der Fahrt stillte. Trotz des Einwandes der natürlich sofort gestoppten Fahrzeugführerin, sie sei doch schon beinahe wohlbehalten zu Hause angekommen - die Reststrecke zu ihrer Wohnung betrug nur noch wenige hundert Meter - wurde die Weiterfahrt unter diesen Umständen selbstverständlich ausdrücklich untersagt. Außerdem erwartet die nicht einsichtige Dame nun eine Anzeige wegen mangelhafter Sicherung ihres Kindes während der Personenbeförderung im Fahrzeug, ergänzt vom Vorwurf mangelhafter eigener Sicherung. Denn natürlich hatte die Mutter, während der im Fahrbetrieb erfolgten schwierigen Versorgung ihres Säuglings, selber nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsgurt angelegt.

Polizei Mettmann
Pressestelle

Telefon: 02104 / 982-2010
Telefax: 02104 / 982-2028
E.-Mail:  pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de

Homepage: www.polizei-mettmann.de

Dienstag, 1. Juni 2010

Waschen, schneiden, strähnen ... Strähnen?

Alle vier Wochen gehe ich zum Friseur. Spätestens. Alle zwei Monate wird blondiert. Heute waren zwei Monate rum. Ich also zu meinem Haus- und Hoffriseuer. "Einmal Haubensträhnchen und schneiden bitte." "Nehmen sie schon mal Platz, die Kollegin kommt gleich." Die Kollegin kam und fragte nach meinen Wünschen bezüglich Blondierung und Frisur. Ich habe ihr alles ausführlichst erklärt. Ganz viele, ganz feine, ganz blonde, hier kurz, da lang, hier fransig, dort stumpf. Muss ich leider genau beschreiben, ist schon mal mächtig schief gegangen und bei kurzem Haar kann das leicht mal eine Katastrophe sein. Sie hörte mir aufmerksam zu. Alles klar, kann losgehen ...

Erste Folie auf den Kopf. Hinten zugebunden. Hinten??? Hm ...

Zweite Folie drüber. Bevor sie die auch hinten binden konnte, hab ich ihr die Enden aus der Hand genommen ("Ich mach das schon.") und vorne zugebunden. Saß, wegen der ersten Folie natürlich nicht, war viel zu locker. Ok, mal sehen, was jetzt kommt. Solange keine Blondierung drauf ist, kann ja nix schief gehen.

Sie holt den Fön und hält ihn 1,2 Sekunden auf die Folie, maximal. Hitzestufe 1. Hat sie wirklich gedacht, damit hätte sie die beiden Folien verschweißt? Geduldig wartete ich, was sie nun vorhat.

Sie will eine Strähne aus der Folie ziehen. Mit dem Ende vom Stielkamm!

Da hatte ich dann genug gesehen. Das Mädchen hat in ihrem ganzen Leben noch keine Haubensträhnen gemacht. Wollte ich wirklich die erste sein?

Ich ließ sie noch eine Weile auf meinem Kopf rummachen. Sie kriegte und kriegte die Strähne nicht aus der Folie gezogen (wen wunderts?) und ich fragte sie beiläufig, ob sie denn keine Häkelnadel habe, damit würde das wunderbar gehen (ich spreche aus knapp 30 Jahren Haubensträhnenerfahrung). "Moment, da muss ich mal gucken." ... 

Nach ein paar Minuten kommt sie wieder zurück, macht die Folien auf, zieht sie von meinem Kopf und sagt: "Wir haben leider gerade keine Häkelnadel hier und ohne geht es leider nicht, da müssen Sie dann ein anderes Mal wieder kommen." ... Öhm? ... Ich wartete einen Moment, weil ich dachte, da kommt noch was, kam aber nix. Kein Alternativangebot ("Kammsträhnchen vielleicht?" oder vielleicht "Erstmal nur schneiden?"), nix. Haubensträhnchen geht nicht, tschüß! Ich war perplex. Auf dem Weg zur Garderobe fragte ich dann, ob denn die Filiale, ein paar Straßen weiter, Haubensträhnchen machen könnte. (Eigentlich hatte ich erwartet, dass SIE mich an die Filiale verweist, aber nun ja ...) Umständlich suchte sie die Telefonnummer raus und war immerhin so freundlich dort für mich anzurufen. Und ich musste nicht mal die Telefongebühren bezahlen!

Fassungslos verließ ich den Laden. Ich schätze Ganz sicher zum letzten Mal ...

Montag, 18. Januar 2010

Mir reichts!

Warum kann ich nicht einfach mal zur Ruhe kommen?

Ich will nicht jammerig klingen, aber:
ich hab Herzprobleme, ich hab Rheuma-Schübe, ich hab kranke Katze, ich mache mir Sorgen um eine Menge ungeklärter Dinge. Ich kämpfe mich zurzeit durch jeden Tag und es fällt mir oft so unglaublich schwer, positiv nach vorn zu sehen. Und ich versuche es doch, jeden Tag aufs Neue.

Er ist nachts um mein Haus geschlichen, er hat meine Nachbarn nach mir ausgefragt, er hat sich an meinem Fahrrad zu schaffen gemacht. Er hat mich Tag und Nacht mit SMS und Anrufen bombardiert. Monatelang. Irgendwann war ich an dem Punkt angelangt an dem ich einfach nicht mehr konnte und ich auf seine Forderungen eingegangen bin. Ich habe mich nicht nur zurückgezogen sondern jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Nun könnte er doch zufrieden sein.

Was will er denn noch von mir, verdammt nochmal?!?

Sonntag, 17. Januar 2010

Shot the Kampfhund!


Heute Morgen hatte ich es eilig, wollte ich doch wenigstens einigermaßen pünktlich zum Bücherclub-Treffen kommen. So richtig pünktlich ist eben nicht drin, wenn das Treffen um 10 Uhr beginnt, man um 2 Minuten vor 10 das Haus verlässt und noch einen Fußmarsch von 10 bis 15 Minuten vor sich hat. Langer Rede kurzer Sinn: ich hatte es eilig und so marschierte ich im Stechschritt durchs Schneegestöber.

Schon von Weitem sah ich, wie mir ein Mann mit Hund entgegen kam. Der Mann war in etwa dem gleichen Tempo wie ich unterwegs, der Hund musste hier und da schnüffeln und war dementsprechend weit hinter dem Mann zurück. Da ich eine gehörige Portion Respekt vor freilaufenden Hunden habe, ging ich so weit rechts auf dem Gehweg, dass ich aufpassen musste, nicht ins Gebüsch zu fallen. Das war natürlich völliger Blödsinn, da ein unangeleinter Hund nicht zwangsläufig den rechten Rand oder die Mitte des Gehsteigs benutzt. Aber Angst lässt einen manchmal eben auch blödsinnige Dinge tun.
Irgendwann, der Mann hatte mich längst passiert, sah ich, um welche Art Hund es sich handelte: eindeutig ein Kampfhund. Ooohhhkeeeh ... ich also noch ein Stückchen weiter in die Hecke gedrückt. Auf meiner Höhe angekommen, bleibt das Vieh vor mir stehen, guckt mich an und bleckt die Zähne. Ich in Schockstarre. Herrchen ruft nach Brutus. Brutus bleibt stehen und bleckt. Die Lefzen zittern. Es ist kein Laut zu hören. Mein Herz wummert. In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken: "Bloß nicht in die Augen sehen!" - "Nicht bewegen!" - "Keine Angst zeigen!" - "Ganz ruhig bleiben!" Herrchen ruft nochmal. Brutus bleibt stehen, bewegt sich keinen Millimeter vom Fleck und starrt mich an.
Dann fängt er an, zu knurren. Erst ganz leise, dann lauter. Ich fange an zu schwitzen und spüre, wie der Schweiß mein Unterhemd durchnässt. Ganz gemütlich, immer wieder Brutus Namen rufend, macht sich Herrchen auf den Weg zurück. Brutus starrt mich an. Als Herrchen ihn unsanft am Halsband von mir wegzieht, versucht er, also Brutus, sich loszureißen. Ein weiterer Ruck am Halsband veranlasst ihn dann aber doch, seinem Herrchen zu folgen. Ich blieb stehen und sah den beiden nach. Brutus, inzwischen angeleint, drehte sich noch das eine oder andere Mal nach mir um. Wahrscheinlich wollte er nur spielen ...

Und ich frage mich, ob es sein darf, dass jemand mit einer scharfen, geladenen und entsicherten Waffe vor mir steht und auf mich zielt. Gehört so jemandem nicht die Waffe entzogen, der Besitz einer Waffe auf Lebenszeit versagt und die Waffe selbst eingeschmolzen?

Ich hatte Angst!

Sonntag, 22. November 2009

Ich hasse sie!


Ich hab mich so auf den Tag in der Kunstschule gefreut. Dass ich mein Fahrrad auf dem Weg dorthin geschrottet habe, konnte mir die gute Laune nicht verderben. Auch nicht, dass mir die Farbe, die ich mir ursprünglich für mein Projekt ausgedacht hatte, heute nicht mehr gefiel und ich so die letzten Arbeitsschritte nochmal wiederholen musste.
Was mir allerdings wirklich zu schaffen machte war die Erkenntnis: der Muskelkater, den ich beim Aufwachen verspürte, ist keiner. Der Muskelkater ist ein Schub. Nur ein leichter und mit ein bisschen Tramadol relativ schnell in den Griff zu bekommen, aber dennoch stark genug, mir den Tag zu versauen. Und die gute Laune sowieso. Nach nur zwei Stunden musste ich die Werkstatt wieder verlassen, meine letzten paar Kröten für ein Taxi ausgeben und mit unvollendetem Projekt unter dem Arm nach Hause fahren.

Ich hasse sie!

(PS: und falls ich mich geirrt habe und es ist gar nicht die Fibro sondern die Polymyositis, dann entschuldige ich mich NICHT. Es sind beides Arschlöcher und ich hasse sie alle beide!)

Dienstag, 15. September 2009

"Preise wie in der Apotheke!"

Diesen Spruch kennt wohl jeder. Und jeder kennt Geschäfte in denen man bestimmte Artikel besser nicht kaufen sollte, wenn man denn seinen Geldbeutel schonen möchte. Ich sach nur: Lebensmittel an der Tanke ... Apothekenpreise eben. (Und wer jetzt sagt, mit dieser Redewendung würde man den Apotheken unrecht tun, der möge bitte weiterlesen.)

Meine Medikamente kaufe ich schon lange online. Der Preise wegen. Persönliche Beratung brauche ich nicht. Entweder frage ich meinen Arzt, oder ich recherchiere im Internet. Beides kommt extrem selten vor, da ich seit Jahren die gleichen Medikamente nehme und ziemlich gut Bescheid weiß, was ich wann mit welchem kombinieren kann, darf oder soll. Oder eben nicht. Hinzu kommt, dass ich sehr schlechte Erfahrungen mit der Beratung in Apotheken gemacht habe (keine, schlechte oder sogar falsche Beratung), so dass es mir auf jeden Fall sicherer erscheint, im Zweifel immer den Arzt zu fragen. Also mache ich um Apotheken meistens einen großen Bogen.

Manchmal allerdings komme ich nicht drum herum, weil ich ein Medikament sofort brauche und nicht die zwei Tage Lieferzeit abwarten kann. So auch heute:

Katze Hanna hat eine Augenentzündung und bekommt bereits seit einer Woche Augentropfen. Da sie über die täglich mehrmals erfolgende Gabe dieser Tropfen not amused ist, geht bei der Prozedur schon mal der eine oder andere (also ziemlich viele) Tropfen daneben. Nun soll die Behandlung noch eine weitere Woche fortgeführt werden, aber das Fläschchen ist so gut wie leer. Heute Mittag bin ich also zu dem Tierarzt unseres Vertrauens gefahren, um Nachschub zu organisieren. Leider waren die Bestände aufgebraucht, so dass ich ein Rezept bekam, mit dem ich dann in die Apotheke gegangen bin. Die hatten die Tropfen auch vorrätig. Als die freundliche Apothekerin mir dann den Preis nannte, hab ich zuerst gedacht, ich hätte mich verhört:

"Wie bitte?"

"12 Euro 90."

"Wie 12 Euro 90?"

"Die Tropfen kosten 12 Euro 90."

"Das ist nicht ihr ernst, oder?"

Verständnisloser Blick seitens der freundlichen Apothekerin. Kurzes unsicheres Lachen.

"Doch, hier können sie es selbst sehen" mit Fingerzeig auf die Registrierkasse.

"Entschuldigung, aber das muss ein Missverständnis sein. Können sie bitte noch mal nachsehen?"

"Ja, natürlich", scannt die Packung nochmal ein. "12 Euro 90."

(Nochmal zum Verständnis: wir reden hier von einer kleinen Flasche Augentropfen mit 5 ml (!) Inhalt.)
Dann hab ich kurz überlegt, aber ich hatte keine Wahl, die Mieze braucht die Tropfen. Nützt ja nix.

Normalerweise hätte ich das auch ohne Diskussion bezahlt, hätte ich nicht bereits zweimal beim Tierarzt unseres Vertrauens für das gleiche Medikament 4 Euro 44 bezahlt ...