Freitag, 25. Juni 2010

Meine Kieler Woche 2010 - Tag 4

Das war der Plan:

14 bis 17 Uhr 30 - Öffentliches Linedancen im "Unser Norden"-Dorf

zwischendurch (um 16 Uhr) ins Hoftheater, um "Das Rotkäppchen", gespielt vom Theater auf der Zitadelle (Berlin), zu sehen

19 Uhr - Gospel-Gottesdienst mit dem Gospelchor-Gaarden in der Kirche am Alten Markt

21 Uhr 15 - Silbermond-Konzert auf der NDR-Bühne

Aber es kam anders:

Als ich um kurz nach zwei beim "Unser-Norden"-Dorf ankam, war ich bereits einmal komplett durchgeschwitzt. Und weil ich zu faul war, Ersatzschuhe mitzuschleppen, bin ich gleich in meinen Tanzschuhen losgezogen. 



Ein Fehler! Was hätte ich zwischendurch für ein Paar luftig leichte Sommersandalen gegeben!

Musste das ausgerechnet heute so heiß sein? (Angeblich waren es nur um die 23°C, aber das glaube ich nie und nimmer!) Ich war schon fast dankbar dafür, dass wir die meisten Tänze, die getanzt wurden, nicht in unserem Repertoire hatten. So konnten wir immer mal wieder aus dem Pavillion, in dem sich die Wärme staute, verschwinden und uns am Wasser von einer leichten Brise abkühlen lassen.

Zum Hoftheater bin ich nicht gegangen, weil der Hiroshimapark einfach zu weit vom Ostufer entfernt ist und so musste das Rotkäppchen (leider, leider, leider!) ohne mich zurechtkommen. Im Nachhinein und hätte ich das alles vorher gewusst, wäre ich mal lieber in der Stadt geblieben, denn Countrysängerin Finja war nicht der Hit und getanzt haben wir später in der Stadt noch bis uns die Füße fast abgefallen sind.
Hätte und wäre ...

Bevor wir die Uferseite wechselten, wurde ich zum Wildwasser-Rafting genötigt. Ich werde Wochen, ach was sag ich, ich werde Monate brauchen, um dieses Trauma zu verarbeiten. Schön´ Dank auch! Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!

(Hier auf diesem Foto aus dem Archiv von Jens Vorlop kann man sehen, wie extrem gefährlich dieses Wildwassr-Rafting-Dingens ist!)

Weiter.

Am Bahnhof bekam ich zu den Klängen der AC/DC-Cover-Band Power Age dann endlich mein erstes (und für diesen Abend einziges) Bier. Ein Jever - so schön friesisch herb. Das hat so laut gezischt, dass ich schon Angst hatte, die Jungs von Power Age würden mich als Konzert-Störer entfernen lassen. Is aber nochmal gut gegangen. Trotzdem zogen wir es vor, weiter in Richtung Innenstadt zu ziehen.

Weil ich ja, wie oben schon mal erwähnt, zu faul war, mir Klamotten zum Wechseln mitzunehmen, stapfte ich also in stilechter Cowboy-Klamotte durch die Kieler City. "Hauptsache. ich treff´ hier keine Kollegen." das letzte N war noch nicht verklungen, kommt mir das halbe Sachgebiet xyz meiner Dienststelle entgegen. Helau! 
Natürlich wurde mir als erstes mal Trunkenheit unterstellt, dass ich nur ein einziges Bier getrunken hatte, glaubte mir natürlich kein Schwein niemand. Doch ist der Ruf erst ruiniert ...

Die nächste Station war die Bühne am Asmus-Bremer-Platz. Schon von weitem hörten wir 70er/80er-Jahre-Party-Mucke. Genau unsere Baustelle! Nach dem Motto: "Electric Slide geht immer!" schwangen wir dann auch gleich das Tanzbein. Unsere Showeinlage schien gut anzukommen bei Boerney & die TriTops, weil er, also Boerney, irgendwann anfing, hektisch mit den Armen zu wedeln und so versuchte, uns dazu zu bewegen, an bzw. auf die Bühne zu kommen. Dass wir auffielen war klar, aber SO viel Aufmerksamkeit wollten wir dann lieber doch nicht. Und irgendwie passten wir auch nicht so wirklich gut zusammen, Boerney, die TriTops 


und wir.

Also auf zur nächsten Bühne.

Dort erwartete uns die "Kieler-Woche-Nacht der Schlager und Oldies" mit Chris Andrews & The Hound Dogs und dem Rex Richter Quintett.


"Wer zum Henker ist Chris Andrews?" 


"Yesterday man, Pretty Belinda, Carol ok." 


"Ach, DER Chris Andrews?" 


"Jau." 


"Der lebt noch?" 


"Offensichtlich." 


"Oh."



Weiter im Text, wir sind schließlich nicht zum Spaß hier. 

Linedancen auf Kopfsteinpflaster ist nicht nur eine große Herausforderung (die wir natürlich hervorragend gemeistert haben!) sondern macht auch Füße-Aua. Und weil ich noch 3 Tage Kieler Woche vor mir habe, beschloss ich, lieber nach Hause zu gehen, bevor es nicht mehr geht.

Auf dem Weg zu meinem Pferd Fahrrad, über den Internationalen Markt zur Rathausstraße, kam ich zufällig an einem indischen Fressstand vorbei und beschloss, nun endlich doch mal Pakora zu probieren. Von einer Kollegin sowie Frau Schonzeit empfohlen, wollte ich zukünftig auch mitreden können. Lecker! Gemüse in Kichererbsenpannade frittiert mit Mango-Chutney und einer weißen Soße. Lecker! Nach dem Probieren der weißen Soße ist mir zwar fast die Zunge aus dem Mund gefallen (schahaaaaarf!), aber alles was um und neben der weißen Soße auf dem Teller war, war außerordentlich lecker.


(Sieht unspektakulär aus, schmeckt aber total lecker!)

Satt, zufrieden und Aua-Füße. Nix wie nach Hause. Blöd nur, dass ich mein Pferd Fahrrad ausnahmsweise mal nicht am Rathaus geparkt hatte und mich auch erstmal nicht daran erinnern konnte, wo es denn nun sein könnte. Na gut, dann stehen wir halt mal ein halbes Stündchen doof in der Gegend rum und überlegen, ob wir nun a) mit dem Taxi nach Hause fahren oder b) so lange überlegen wollen, bis es uns wieder einfällt. Der entscheidende Hinweis kam aus dem Lautsprecher der Irish-Pub-Bar. Ein Lied, auf das wir auch gerne mal linedancen. Da war doch was ... richtig: unser Linedance-Event am Ostufer, dort wo alles begann. (Bei so viel Programm soll man nicht durcheinander kommen!) Mein Pferd Fahrrad stand am Sophienhof, gefühlte 187 Kilometer vom Rathaus entfernt. Und ich hatte doch so Aua-Füße ...

Kommentare:

  1. Eieiei! Und, hast du dein Pferd noch abgeholt oder bist du dann lieber zu Fuß nachhause geritten?
    Und: Wo ist das Bild von dir im Linedance-Outfit????

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  2. 1. als wenn ich mein Pferd allein lassen würde in dieser großen fremden Stadt!

    2. ich hab keins und ich hoffe, die anderen auch nicht.

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  3. Du lässt es ja aber richtig gut krachen auf der kieler Woche! Wir wollen heute Abend auch endlich noch einmal los nach Schilksee! Wir waren bislang nur Montag kurz auf dem Internationalen Markt und ich am Mittwoch per Auto mit meiner chilenischen Verwandtschaft an den Randgebieten zum Schiffe gucken...

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  4. Wann sonst hat man in Kiel schon mal die Möglichkeit dazu? ;-)
    Ich wünsche Euch viel Spaß in Schilksee!

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  5. Gute Besserung an die Füsse.

    Wildwasser mag ich sehr gerne. Vorallem im EuropaPark.

    Wünsche Dir weiterhin viel Spass auf der Kieler Woche

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  6. Danke Rose! :-)
    Meine Füße wären froh, wenn endlich Montag wäre.
    ;-)

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  7. Sorry, aber ich muss jetzt schon ein bisschen grinsen.
    Gute Besserung an die geschundenen Füße!

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  8. Hm... Dieses Wildwasser-Rafting sieht aber nach einer Menge Spaß und Gejuhche aus.
    Kann mir gerade gar nicht vorstellen, dass das keinen Spaß machen soll.
    Perle *etwas verunsichert*

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  9. Perle,
    ich bin kein Maßstab. Mir ist sogar eine Stadtrundfahrt in der Ponykutsche zu rasant und viiiiel zu gefährlich!
    (Die anderen haben in der Tat gejuchzt und gejohlt ... und mich ausgelacht.)

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  10. feronia? Weswegen denn? Wegen der gefährlichen Rafting-Tour? *grübel*

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