Sonntag, 27. Juni 2010

Meine Kieler Woche 2010 - Tag 7

"Jacob, Frieda und die schwimmende Insel" so der Titel des letzten Stückes, das bei der diesjährigen Kieler Woche im Hoftheater vom Holzwurm-Theater aus Winsen/Luhe gespielt wurde. Nachdem ich gesehen hatte, mit welchen Figuren gespielt wurde (Plüsch-Igel), bin ich wieder gegangen. Irrtümlicherweise war ich davon ausgegangen, dass mit Marionetten gespielt würde. Das wäre ein schöner Abschluss gewesen. 

Aber so zog ich es vor, schon um 15 Uhr in Richtung Bootshafen zu gehen, um mir dort einen Platz zum Public Viewing zu sichern. Schrieb ich "schon"? ALLE wollten zum Bootshafen! Nachdem ich mich erfolgreich bis zum Ponton, auf dem die Leinwand aufgebaut war,  vorgearbeitet hatte, wurde ich ungefragt einfach weitergeschoben, so dass ich am anderen Ende wieder herausgespült wurde. Na super! Flugs eine SMS an Frau Zimtapfel geschickt und mich auf den Weg zum Asmus-Bremer-Platz gemacht. Dort war es schön  schattig und einen guten Ausblick auf die Leinwand hatte man auch. 


Zumindest so lange bis sich ein großer Mann mit lustigem T-Shirt vor mir aufbaute.


"... und stehen VOR mir! Mann ey!"

("Ich könnte mit ausgestrecktem Arm fotografieren und mir das Spiel später in Ruhe zuhause als Fotostrecke ansehen.") Freundlicherweise stellte der große Mann sich ein wenig weiter nach rechts und alles war wieder gut.

Das erste Tor


und schon werden wir gleich mal ein bisschen übermütig


In der Pause musste ich dringend für einen Moment aus dem Gewühle raus, was dazu führte, dass ich nicht wieder rein kam. Sowas Blödes! Aber nicht zu ändern. Die restlichen Tore bekam ich nur akustisch mit und ich konnte gar nicht glauben, dass noch 2 mal gejubelt wurde! Offensichtlich brauchten die mich nicht, um zu gewinnen. Trotzdem: Glückwunsch!

Anschließend trafen wir uns im Subway am Alten Markt, wo die anderen sich ein wenig stärkten.  


Ich verzichtete, hatte ich doch bereits eine norwegische finnische Lachsrolle (sehr lecker!)


sowie ein Stück Erdbeer-Sahne-Torte (auch sehr lecker!). (Von der Torte gibt es kein Foto. Ich hab die Kalorien nicht wegretuschiert bekommen. Und ich traue Euch ohne Weiteres zu, dass ihr mitzählt!)

Und während wir so saßen und überlegten, wie wir die Zeit bis zum großen Kieler-Woche-Abschluss-Feuerwerk totschlagen könnten, überfiel mich plötzlich so ein Ich-hab-jetzt-keinen-Bock-mehr-auf-Kieler-Woche-Gefühl. Ich mag nicht mehr. Ich hab genug. Also fuhr ich nach Hause, allerdings nicht, ohne mir, entgegen aller Beteuerungen meinerseits, doch noch eine Portion fish & chips mit Remoulade und Malzessig zu kaufen. Und natürlich zu essen. Und diese fish & chips waren genau so wie man es erwarten darf: 


Lauwarm und fettriefend. Egal, rinn damit!

Das war um 18 Uhr 20. Jetzt ist es 22 Uhr 06. Und mir is immer noch schlecht ...

Kommentare:

  1. Haha, ich wusste es! :-)
    Ja, von dem Zeug hat man für den Rest des Tages was... Esse ich immer, wenn ich in England bin, genau ein Mal und dann habe ich wieder genug bis zum nächsten Besuch der Insel.
    Der letzte Besuch ist nun allerdings auch schon 12 Jahre her...

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  2. Die Rache der Engländer für das Wembley-Gedenktor... ;-)

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  3. Hallo Bea,
    auf der Suche nach dem Marionettenprogramm bin ich auf Dein Blog gestoßen und habe mich besonders über Marvin und die Marionettentheater-Rezensionen sehr gefreut. Schade, dass Jacob und Frieda nicht Dein Fall waren (kein Marionettentheater - gibt es Stofftier-Theater? Google bietet nichts Vernünftiges) weil es weiche Puppen waren. Für mich war gerade dieses Stück, wie im letzten Jahr der 1. Teil (Jacob, ein Igel lernt fliegen) das Kindertheaterhighlight und ich hätte mir so gewünscht dass es Dir auch gefällt. Für mich ist bei einem Theaterstück (auch wenn es ab 4 ist) wichtig, dass die Story schlüssig, die Handlung nicht zu abgekaut und auch für Erwachsene noch etwas Neues dabei ist. Karlchen war dagegen mehr Situationskomik, wenn auch die Idee des Zusammenbaus der Marionette auf der Bühne wirklich neu und überraschend war - die Jakob/Frieda Geschichten gehen dagegen mehr ins Herz und wecken Sehnsucht. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr.
    Alles Gute,
    Karin.

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  4. Hallo Karin,
    danke für Deinen Kommentar. :-)
    Wie gut, dass die Geschmäcker verschieden sind, sonst wäre immer alles überall völlig überfüllt. ;-)
    Oft bekomme ich bei so einem Stück die Handlung nur am Rande mit (und manchmal bekomme ich von der Handlung gar nichts mit). Mich interessiert mehr die technische Seite (Mechanik und Spielbarkeit der Figuren, Bühnenbild etc.).
    So gibt es viel auf verschiedenen Ebenen zu entdecken.
    Vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr?
    Herzliche Grüße,
    Bea

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  5. Schade, dass du bei "Jacob und Frieda" gar nicht weiter zugesehen hast - das Bühnenbild fand ich z.B. ziemlich ausgeklügelt. Mit wenig Material viel erreicht - da hatte jedes Steinchen seinen Sinn.
    Die Figuren, die Heidtmann da benutzt sind ja Tisch- oder auch Stabpuppen - die könne ja auch aus weichem Material sein (die Stäbe waren hier zugegebenermaßen recht kurz) - jedenfalls nicht einfach nur "Plüschtiere". :-D Ich fand auch nicht, dass er das ungeschickt gemacht hat. Hauptsache die Kinder sind gefesselt - und das waren sie definitiv, trotz der für Erwachsene natürlich etwas dünnen - aber damit auch für kleine Kinder gut verfolgbaren - Story. Merkte man z.B. daran, dass der kleine Junge, der neben meiner Mum saß, sich die ganze Zeit an ihrer Hose festkrallte *LOL*
    Mit der Musik kam schon genug Stimmung auf - und gerade die sehr prägnante Charakterzeichnung der Figuren (für mich das wichtigste am Theater, sei es mit Figuren oder Schauspielern) machte das Stück wirklich gut. Nichts schlimmeres gibt es, als wenn man - gerade bei an sich "leblosen" Objekten - als Zuschauer den Darstellern/Puppen nicht abnimmt, was sie sein wollen. Und gerade wenn nur ein Mensch diese unterschiedlichen Charaktere darstellt, wird's noch schwieriger. Das hat hier aber gut funktioniert und der Puppenspieler ist so wie es sein soll hinter seinen Figuren gut zurückgetreten. Einen Tick besser wäre noch gewesen, wenn er statt der typischen schwarzen "Tarnkleidung" zum Hintergrund passendes Blau angehabt hätte...
    Mein Favorit war übrigens Fiete, die Möwe :D

    Ich mag Marionetten allein für sich ja eher weniger (bin ja auch nicht mit der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen) - am liebsten habe ich eine Kombination aus verschiedenen Techniken.

    Das beste, was ich je an Figurentheater gesehen habe, war ca. 1999 eine Co-Produktion des (mehrfach mit internationalen Preisen überschütteten) Puppentheaters Halle/S. in Kooperation mit dem dortigen Schauspielhaus: Ein Sommernachtstraum. Die "Elfenwelt" wurde von Puppen dargestellt - von menschengroßen Stabpuppen (z.B. Oberon, glaube ich) bis ungefähr handtellerkleinen Marionetten (Puck), die Menschen eben durch Schauspieler.
    Die beste Umsetzung des Stückes, die ich je gesehen habe - und ich wohl 5 oder 6 Inszenierungen gesehen (also live, die Verfilmungen zähle ich eh nicht.) Das war Magie pur - und das Open Air unter Bäumen. Zauberhaft!

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  6. Hallo Kathrin,
    ich glaube, wenn man einmal dieses Gefühl erlebt hat, dass Figurentheater auslösen kann, dann lässt es einen nicht mehr los. Zumindest mir ist es so gegangen.
    Meine Lieblingsfiguren sind tatsächlich Marionetten und hier interessiert mich hauptsächlich die Art und Weise der Fädelung und die Mechaniken des Spielkreuzes, wie schon gesagt, die technische Seite eben.

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